GlossarADAS Kalibrierung
Kfz-Glossar · Schadengutachten

ADAS Kalibrierung

ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems – Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent oder adaptiver Tempomat. Nach reparaturbedingten Eingriffen an Fahrzeugsensorik müssen diese Systeme kalibriert (eingestellt und justiert) werden, um ihre vorgeschriebene Schutzfunktion wiederherzustellen.

Einfach erklärt

Moderne Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl von Fahrerassistenzsystemen ausgestattet: Frontkameras, Radarsensoren, Ultraschallsensoren und Lidar-Systeme arbeiten zusammen, um Kollisionen zu vermeiden, Spurabweichungen zu erkennen und den Fahrer zu unterstützen. All diese Systeme sind auf eine exakte Ausrichtung und Kalibrierung angewiesen.

    Ein Kalibrierungsbedarf entsteht immer dann, wenn Reparaturarbeiten die Sensoren oder deren Halterungen berühren. Typische Kalibrierungsanlässe sind:

  • Austausch oder Reparatur von Frontstoßfängern und Heckstoßfängern (Radar)
  • Windschutzscheibenaustausch (Frontkamera)
  • Karosserie- und Strukturarbeiten im Sensor-Nahbereich
  • Fahrwerks- und Achsgeometrieanpassungen
  • Arbeiten an Lenkung und Lenksäule

Der genaue Kalibrierungsauslöser ist fahrzeug- und modellspezifisch. Er muss anhand der Herstellervorgaben (OEM-Reparaturinformationen) verifiziert werden.

Nach der EU-Verordnung 2019/2144 werden immer mehr Sicherheitssysteme als Serienausstattung vorgeschrieben – der Kalibrierungsaufwand bei Reparaturen steigt damit stetig.

Kosten für ADAS-Kalibrierungen sind Teil des notwendigen Reparaturaufwands nach § 249 BGB und von der gegnerischen Versicherung zu tragen.

Wussten Sie schon?

Nicht kalibrierte Fahrerassistenzsysteme können gefährlich falsch reagieren – zum Beispiel falsch bremsen oder eine Spurabweichung nicht erkennen. Die Kalibrierung ist keine optionale Komfortleistung, sondern eine sicherheitsrelevante Pflicht nach Herstellervorgabe.

Typische Streitpunkte

Versicherungen bestreiten teils die Notwendigkeit von ADAS-Kalibrierungen, wenn der Schaden 'weit entfernt' vom Sensor zu liegen scheint. Die Notwendigkeit ergibt sich jedoch aus den Herstellervorgaben, nicht aus der optischen Entfernung.
Bei Frontkamerasystemen genügt bereits ein Windschutzscheibenwechsel, um eine Kalibrierung auszulösen. Diese Position wird von Prüfdiensten häufig in Frage gestellt.
Kosten für ADAS-Kalibrierung müssen im Gutachten konkret als Position ausgewiesen und herstellertechnisch begründet sein. Pauschale Nennungen ohne Begründung sind angreifbar.

Praxisbeispiel

Ein Fahrzeug mit Notbremsassistenten erhält einen Frontstoßfängertausch. Der Frontradar sitzt im Stoßfänger. Nach dem Tausch ist eine statische und dynamische Kalibrierung des Radars erforderlich – gemäß Herstellervorgabe dauert dies ca. 2 Stunden auf einem Kalibrierkursus. Die Kosten von 280 € werden im Gutachten als eigene Position ausgewiesen und von der Versicherung nach anfänglichem Widerspruch anerkannt.

Wichtiger Hinweis

Jeder Schadenfall ist individuell zu bewerten. Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine rechtliche Beurteilung im Einzelfall wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.

Ihr Kfz-Gutachter im Main-Tauber-Kreis

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